Geschichten mit Geschichte in Wister Platt - IV De Burn am End von`t twindigste Joahrhunnert


Geschichten mit Geschichte in Wister Platt - IV De Burn am End von`t twindigste Joahrhunnert

Artikel-Nr.: 99

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2002, 209 S.
ISBN 3-930737-99X
Autor:Walter Bostelmann

De Burn am End von´t twindigste Joahrhunnert
Bei plattdeutschen Büchern erwartet oder befürchtet man, je nach Einstellung, eher volkstümliche Dönjes und Anekdoten aus der „guten alten Zeit“. Einiges dieser Art kommt auch in den Büchern von Walter Bostelmann vor, doch überwiegt die ernsthafte Auseinandersetzung des betagten Autors mit der eigenen, selbst erlebten Vergangenheit und der langjährigen Erforschung seines Heimatdorfes. Intensive Archivstudien, Sammlungen von alten Fotos und vor allem die Befragung der älteren Einwohner sind die Mittel, mit deren Hilfe Bostelmann ein wirklichkeitsgetreues und eindrucksvolles Bild der dörflichen, vielfach unromantischen, Vergangenheit erstehen lässt. Dies alles trifft auf den vorliegenden 4. Band ganz besonders zu, wie schon der Titel aussagt: „De Burn am End von´t twindigste Joahrhunnert“! Zwar findet man auch hier, wie gewohnt, in der sorgfältigen Wiedergabe des PD-Verlages Bilder anheimelnder alter Bauernhäuser, doch sehen wir auch Abbildungen eines Claas-Mähdreschers, eines Küken-Laufstalles und eines Futtersilos. Ein Luftbild von „Mattens Hoff“ lässt neben dem modernisierten Bauernhaus eine große Stallscheune mit Metallflachdach erkennen, daneben mit weißer Plane und Autoreifen abgedeckte Silage. Das alles ist ungewohnt in einem solchen Buch, entspricht aber der Intention des Verfassers, der den Bogen schlägt von der Verkopplung und Spezialteilung des 19. Jahrhunderts über die Ackerbauschule in Tostedt bis in die Gegenwart, in der in Wistedt von 32 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 1960 nur noch 9 aktive Betriebe übrig geblieben sind. In mehreren Tabellen werden die entsprechenden Verhältnisse auch für die übrigen Ortschaften der Samtgemeinde Tostedt dargestellt. In der Befragung der Einwohner Wistedts wird das Schicksal einer einst bäuerlichen Großfamiliengesellschaft vielfach deutlich. Ohne Sentimentalität führt der Verfasser die allgemeinen und oftmals auch individuellen familiären und persönlichen Gründe auf, die zu einer extremen landwirtschaftlichen Spezialisierung und häufiger noch zur Aufgabe der Landwirtschaft geführt haben. Ein Beispiel: „Hans hät denn Stall un Wohnung ümbaut tau 7 Mietwohnungen un vör de Dör eenen Steen sett mit de Upschrift ´Imkers Hoff´“.Ein besonderes Kapitel widmet der Verfasser übrigens dem Königsmoor und der Moorversuchsstation, als Anhang ist ein Kapitel über die Wistedter Jagd und die Vogelwelt beigegeben, mit einer Liste der hochdeutschen und plattdeutschen Tiernamen.Als Schlusswort schreibt der im Jahre 1922 geborene ehemalige Maurermeister und Dipl.-Ing. (hier in hochdeutscher Übertragung):PS Was hier in diesem Buch steht, wird heute sicher nicht mehr von Generation zu Generation weitererzählt, so wird das sicher nach einer Generation verloren sein. Aus diesen Gründen bin ich als Hobby-Heimatforscher der Meinung, dass dieses Buch für kommende Generationen immer wertvoller werden wird, vor allem für die Leute, die etwas über ihre Vorfahren wissen wollen.

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